Senatswahl 2011

Plakat


Plakat Senatswahlen 2011

 


Flyer Rückseite 2011

 

Programm

I. Bereich: Uni

1. Für eine demokratische und partizipative Studierendenvertretung

Nach dem Wechsel der Landesregierung und der damit erreichten Einführung der "Verfassten Studierendenschaft" stehen der Studierendenvertretung neue Möglichkeiten offen. Es gilt diese Möglichkeiten auch zu nutzen! Dies kann unserer Meinung nach nur durch ein Studierendenparlament (StuPa) erreicht werden. Jede Hochschulgruppe bzw. Fachschaft kann Listen bilden, mit denen sie bei der Wahl zu diesem Gremium antritt. Die Wahl zum StuPa muss über mehrere Tage angelegt sein, um möglichst vielen Studierenden die Wahl zu ermöglichen. Ein einziger Wahltag wie bisher ist zu wenig! Die durch die Studierenden legitimierte Studierendenvertretung ist so demokratisch organisiert und findet das nötige Gehör, um Veränderungen an und in der Universität auch tatsächlich zu erreichen. Das an der Universität Karlsruhe verwirklichte Modell dient uns hierbei als Vorbild.
Wichtig ist die konsequente Mitarbeit der Universität zur Verwirklichung einer "Verfassten Studierendenschaft"! Die Universität muss dabei die nötige Infrastruktur zur Verfügung stellen und darf diese nicht nur auf das Zentrale Fachschaftsbüro beschränken!
Zudem fordern wir einen realen Allgemeinen Studierendenausschuss (AStA). Die momentane Praxis der Fachschaftskonferenz (FSK) mit der Auflösung des AStAs und Übertragung der Befugnisse auf die FSK lehnen wir ab!

2. Fortschritt in den universitären Gremien

Senat
Der Senat als höchstes Gremium der Universität Heidelberg ist äußerst undemokratisch. Nur vier studentische Mitglieder sitzen in einem von ProfessorInnen dominierten Gremium. Wir setzen uns für eine demokratische Hochschule ein, die jedem Mitglied der Universität die gleiche Mitsprache ermöglicht. Daher ist eine paritätische Mitbestimmung aller Statusgruppen in der Universität notwendig! Alle Ansichten müssen eingebracht und diskutiert werden können. Zudem muss der Senat transparenter und öffentlicher agieren. Wir setzen uns daher für eine Demokratisierung dieses Gremiums ein!

Senatsausschuss für die Lehre (SAL)
Wir arbeiten in universitären Gremien, wie dem Senatsausschuss für die Lehre (SAL), mit. Auch hier lässt sich ein Mangel an Transparenz feststellen, den wir beseitigen wollen. Wie im Senat sind in diesem Gremium die studentischen Mitglieder auf vier festgeschrieben. Dies wollen wir erhöhen.
Es steht aber für uns fest, dass wir weiterhin gerne für euch im SAL sitzen und uns für euch einsetzen!

Vertreterversammlung des Studentenwerks
Neben dem Senatsausschuss für Lehre sind wir auch in der Vertreterversammlung des Studentenwerkes aktiv. In diesem Gremium setzen wir uns für studentische Belange, wie z.B. mehr Wohnraum in der Hand des Studentenwerkes ein. Jedoch ist auch hier die Anzahl der studentischen Mitglieder stark begrenzt. Daher fordern wir eine Erhöhung. Dessen ungeachtet halten wir dieses Gremium für sehr bedeutend und setzen uns in dieser Vertreterversammlung für euch ein.

3. Master für alle!

Die vom Bildungsstreik angestoßene Diskussion um die Reform des Bologna-Prozesses wollen wir aktiv weiterführen und setzen uns daher für eine Verbesserung des Bachelor- und Master-Systems an der Uni ein! Nach wie vor fordern wir einen uneingeschränkten Übergang vom Bachelor zum Master, d.h. den Master für alle. Daneben setzen wir uns aber auch für die verbesserte Anerkennung des Bachelor in der Wirtschaft und im öffentlichen Dienst ein.

4. Freiräume verwirklichen

An einer Universität, die ihren Studierenden immer weniger Möglichkeiten lässt sich selbst zu entfalten, werden studentische Freiräume zur Rarität. Studierende müssen jedoch ohne Beeinflussung der Unileitung die Möglichkeit haben, ihren Horizont zu erweitern, sich zu treffen, Meinungen zu bilden und austauschen, Konzerte zu veranstalten oder Theater aufzuführen.
Nicht nur für die Organisation der Studierendenschaft muss so ein Raum geschaffen werden!

5. Die Uni gehört allen: Für ein Studium ohne Barrieren

Ziel eines jeden Studierenden ist es natürlich einen qualifizierten Hochschulabschluss zu erwerben. Wichtig ist hierbei, dass dies den Studierenden auch ermöglicht wird! Der Ausgrenzung körperlich eingeschränkter Studierender durch Barrieren treten wir entschieden entgegen. Eine Teilnahme an Veranstaltungen muss auch ohne Mithilfe anderer stets möglich sein. Daher setzen wir uns als Juso-Hochschulgruppe in Heidelberg für eine behindertengerechte und barrierefreie Uni ein!

6. Teilzeitstudium ermöglichen

Das klassische Vollzeitstudium entspricht oftmals nicht mehr der Realität. Viele Studierende müssen zur Finanzierung ihres Studiums neben der Uni arbeiten oder haben bereits eine Familie zu versorgen. Daher fordern wir die Möglichkeit des Teilzeitstudiums – mit einem zweiten Stundenplan, der nur einen Teil der Semesterwochenstunden enthält.
Nicht jede/r Studierende hat reiche Eltern, die das Studium voll finanzieren. Viele sind auf das Einkommen durch einen Job zur Finanzierung ihres Lebensunterhaltes und der (momentan noch vorhandenen) Studiengebühren angewiesen. Auch der Versuch der Vereinbarkeit von Studium und Erziehung eines Kindes oder der Pflege eines Verwandten ist nur schwer bis gar nicht möglich.
Bisher gibt es lediglich für Studierende im Mutterschutz die Möglichkeit, während eines Urlaubssemesters Lehrveranstaltungen zu besuchen und Studienleistungen zu erbringen. Da aber die Verantwortung als Elternteil nicht mit dem Mutterschutz aufhört und für die anderen Bereiche bisher keine Regelungen existieren, fordern wir die Einrichtung von Teilzeitstudienplänen. Ein flexibler Wechsel zwischen Voll-und Teilzeitstudium muss dabei jedes Semester möglich sein.

7. Vernetzte Jobbörse

Unübersichtliche Aushänge sollten der Vergangenheit angehören. Wir fordern, dass die Universität Heidelberg auf einer zentralen Internetplattform alle studentische Arbeitsmöglichkeiten und Praktikastellen veröffentlicht. Hierbei sollten sowohl die außeruniversitären ArbeitgeberInnen, als auch das Studentenwerk und die Universität die Möglichkeit bekommen, sich in dieser Plattform einzubringen und das Angebot zu erweitern. So wird der Zugang an Jobs und Praktika vereinfacht und übersichtlich ermöglicht!

8. Ökologische Uni verwirklichen

Mit dem Mehr an universitärer Selbstverwaltung durch die neue Landesregierung kann die Universität Heidelberg endlich den Schritt hin zur ökologischen Uni gehen. Die Stadt Heidelberg bewirbt sich als klimafreundliche Stadt. Dieses Vorgehen darf an der ältesten Universität auf deutschem Boden nicht halt machen: Die Universität muss schonender mit den Ressourcen, insb. Papier, Strom und Heizungswärme, umgehen!

9. Studentenwerk umbenennen

Es ist Zeit, auch das Studentenwerk in seinem Namen an die heutige Zeit anzupassen. Wir plädieren daher für eine Umbenennung in Studierendenwerk, um allen Geschlechtern gerecht zu werden!

10. Studentenverbindungen kein Forum bieten

Die Juso-Hochschulgruppe Heidelberg steht wie der Bundesverband Studentenverbindungen kritisch gegenüber. Die meisten Studentenverbindungen sind antiemanzipatorisch, antidemokratisch und rechtsgewandt. Auch die letzten Wirrungen bei dem Burschentag der Deutschen Burschenschaften haben den Rassismus gezeigt, der diesen Verbindungen anhaftet. Solchen Verbindungen soll und darf kein Forum an einer Hochschule gegeben werden. Wir fordern daher die Universität Heidelberg auf, diesen Verbindungen keine Räume für Veranstaltungen zur Verfügung zu stellen und das Tragen von Farben in der Universität zu untersagen!

II. Bereich: Stadt Heidelberg

1. Das Fahrrad gehört dazu

Die meisten Heidelberger Fahrradwege beginnen und enden im Nirgendwo. Wir fordern die Stadt auf, die Fahrradwege zu einem - vom Straßenverkehr möglichst getrennten - stimmigen Gesamtnetz auszubauen. Darüber hinaus gibt es zu wenige Möglichkeiten das Fahrrad an den Universitäten und Mensen abzustellen, was unbedingt verbessert werden muss! Wir setzen uns für die bessere Kennzeichnung von Fahrradstellplätzen und klare Regelungen vor einzelnen Unigebäuden ein!

2. Für einen starken und günstigen ÖPNV

Die Studierenden der Universität Heidelberg verteilen sich auf drei Bezirke: die Altstadt, das Neuenheimer Feld und den Campus Bergheim. Da viele Studierende Fächerkombinationen studieren, müssen sie flexibel zwischen den Orten pendeln können. Dies geht aber nur, wenn dementsprechend Express-Busse eingerichtet werden, die nur in der Altstadt, der Römerstraße und am Bunsengymnasium West halten.
Zudem fordern wir, dass der Verkehrsverbund Rhein-Neckar (VRN) die Bahnen und Busse, gerade am Wochenende, öfters fahren lässt, um die Mobilität zu erhöhen. Vor allem nachts sollten die Linie 5 sowie alle Moonliner durchgehend fahren. Einen ersten Erfolg konnten wir schon verbuchen: Auf Drängen der Juso-Hochschulgruppe reichte die SPD-Fraktion erfolgreich einen Antrag beim Gemeinderat ein, den Moonliner 5 nachts einmal rund um das Neuenheimer Feld fahren zu lassen.

Der Preis des Semestertickets wird in den kommenden Jahren auf 177 Euro steigen. Diese Entwicklung ist aus unserer Sicht inakzeptabel. Folglich werden wir uns auch weiterhin für ein sozial ausgewogenes, sprich kostengünstiges Semesterticket einsetzen!

3. Studentisches Wohnen

Mit der Anmietung der ehemaligen amerikanischen Kasernen durch das Studentenwerk Heidelberg ist eine große Verbesserung bezüglich des studentischen Wohnens in Heidelberg erreicht worden. Jedoch sollte eine Nutzung über die angepeilte Dauer nicht kategorisch ausgeschlossen werden. Die Wohnungssituation in Heidelberg wird auch nach der Erschließung der amerikanischen Wohnungen weiterhin angespannt bleiben. Neben dem Ausbau von Wohnplätzen setzen wir uns auch für eine rasche Sanierung der bereits bestehenden Wohnheime ein!

4. Zweitwohnsitzsteuer

Eine Zweitwohnsitzsteuer wird von uns entschieden abgelehnt.

III. Bereich: Bundesweit

1. Keine Chance für Nazis!

Im Hochschulalltag tritt Rechtsextremismus in unterschiedlichen Formen auf: In geschichtsverfälschenden Lehrinhalten, bei mit Rechten sympathisierenden DozentInnen, durch rechtsextreme KandidatInnen zu den studentischen Wahlen oder bei den allerorts anzutreffenden Burschenschaften. Wir kämpfen gegen antisemitische, rechtsextremistische und faschistische Tendenzen und setzen uns für ein tolerantes und offenes Hochschulumfeld ein.

2. Diskriminierung bekämpfen!

Diskriminierung ist in unserer Gesellschaft allgegenwärtig – sei es auf Grund von Geschlecht, Herkunft, sexueller Orientierung oder Behinderung. Gegen all diese Formen von Benachteiligung wenden sich die Juso-Hochschulgruppen in ihrem Selbstverständnis als feministischer Richtungsverband.

3. Soziale Selektion durch Bildungsgebühren? Nicht mit uns!

Jede Form von Studiengebühren lehnen wir konsequent aus sozial-, bildungs-und gesellschaftspolitischen Gründen ab. Stattdessen setzen wir uns für eine ausreichende öffentliche Hochschulfinanzierung ein – denn für uns ist Bildung ein Grundbedürfnis, das allen Menschen zu Gute kommen und deshalb öffentlich finanziert werden muss. Nachdem nun auch endlich in Baden-Württemberg die Studiengebühren abgeschafft werden, fordern wir endgültig die komplette Abschaffung im Bundesgebiet!

4. Faire Löhne für HiWis!

Die Lehre an Hochschulen ist ohne studentische Beschäftigte nicht vorstellbar. Die Juso-Hochschulgruppen unterstützen ausdrücklich gewerkschaftlich orientierte Studierendengruppen bei ihrem Kampf für faire und gerechte Arbeitsbedingungen von Studierenden.

5. Verbessertes BAföG

Aufgrund fehlender finanzieller Möglichkeiten scheitern viele Studierwillige bei dem Versuch, Bildungsangebote an Hochschulen wahrzunehmen. Selbst wenn eine Unterstützung durch den Staat erfolgt, kommen die meisten Studierenden nicht umhin einen oder sogar mehrere Nebenjobs anzunehmen. Daher stehen die Juso-Hochschulgruppen für eine elternunabhängige, flexible und bedarfsgerechte Studienfinanzierung, die in ein System des Lebenslangen Lernens eingebettet ist!