Studi-Vertretung

Seit dem 16. Mai 2013 wissen wir: An der Uni Heidelberg wird die Verfasste Studierendenschaft mit einem Studierendenrat umgesetzt.

Wir begrüßen ausdrücklich die Einführung der VS, hätten aber ein Zwei-Kammern-System (StuPa) als gerechter und demokratischer empfunden.

Verfasste Studierendenschaft, was ist das eigentlich?

Eine Verfasste Studierendenschaft mit eigenem rechtlichen Status als Körperschaft des öffentlichen Rechts dient zur effektiven Vertretung studentischer Interessen gegenüber Hochschule, Staat und Gesellschaft. Ebenso hat sie zur Aufgabe den Meinungsbildungsprozess innerhalb der Studierenden zu fördern und stellt eine wichtige Anlaufstelle für Studierende in allen Lebenslagen dar.

Als eigene Körperschaft kann sich eine Verfasste Studierendenschaft dabei selbst eine Satzung geben und besitzt darüber hinaus Finanzautonomie. Diese äußert sich darin, dass ein Teil des Semesterbeitrages direkt an die Studierendenvertretung geht. Diese kann dann beispielsweise das Semesterticket selbstständig aushandeln und in den Verhandlungen auftreten.

Die Studierenden entscheiden so selbst auch über die weitere Verwendung der Mittel für Beratungsangebote und vieles mehr.

Außerdem kann sie in Eigenverantwortung Kampagnen planen, plakatieren und durchführen. Plakate müssen nicht, wie es traurigerweise in Baden-Württemberg der Fall ist, vom Rektorat gegengezeichnet werden!

Eine Verfasste Studierendenschaft sorgt somit für die Studierenden und gibt ihnen eine Stimme!

All dies bleibt uns in Bayern und Baden- Württemberg durch die Landesregierungen verwehrt!

Mit welcher Begründung wird dieser Status verwehrt?

Die Wiedereinführung der Verfassten Studierendenschaft wird mittlerweile sogar vom Senat der Universität Heidelberg gefordert. Warum wird sie von der Landesregierung trotzdem noch immer nicht umgesetzt?

Abgeschafft wurde die Verfasste Strudierendenschaft in Baden- Württemberg 1977 vom damaligen CDU-Ministerpräsidenten Filbinger (ja, genau der!).

Die Begründung: Man wolle mit diesem Schritt den Sympathisantensumpf des Terrorismus austrocknen.

Diese Begründung entbehrt heute offensichtlich jeder Grundlage! Andere Bundesländer, die die Verfasste Studierendenschaft ebenfalls abgeschafft hatten, haben diese daher seit langem wieder eingeführt.

Lediglich die beiden Bundesländer im Süden sehen die Rechte von Studierenden wohl als nicht so wichtig an!

Was bedeutet das für uns?

Faktisch heißt das für uns Studierende, dass wir uns lediglich mit musischen, sportlichen, kulturellen und eingeschränkt mit sozialen Fragen auseinandersetzen dürfen. Zu hochschulpolitischen Fragestellungen wie der Bachelor/Master Reform, BaföG, oder auch Studiengebühren haben die Studierenden gefälligst die Klappe zu halten! Es gibt somit kein offizielles studentisches Gremium mit eigener hochschulpolitischer Stimme!

Diese Situation ist ein Skandal! Gerade die größte Gruppe an den Hochschulen soll sich nicht zu richtungsweisenden hochschulpolitischen Entscheidungen äußern dürfen und muss dann auch noch freudestrahlend die über ihren Köpfen getroffenen Entscheidungen im Studienalltag umsetzen?

Aus diesem Grund haben sich an den Hochschulen Protestgremien gegründet, die eine studentische Beteiligung an den geknebelten „Asten“ (Allgemeiner Studentischer Ausschuss) darstellen und U-AstA oder FSK heißen. In Heidelberg ist das Protestmodell das FSK-Modell. Diese verstehen sich jedoch lediglich als Übergangsmodell.