Studiengebühren

  • Bildung ist ein Grundrecht, keine Ware. Studiengebühren hebeln die Chancengleichheit aus.
  • Bildung als Ware ist Verrat am Ideal der Bildung! Studiengebühren drängen sozial schwächer gestellte Studierende, ihr Studium nach ökonomischen Gesichtspunkten auszuwählen und auszugestalten. Damit wird eben nicht das studiert, was den Studierenden interessiert und eben auch nicht über den berühmt-berüchtigten Tellerrand geschaut.
  • Der demokratische Prozess unseres Staates hängt wesentlich vom Bildungsniveau seiner Bürger ab und von der Durchlässigkeit der Eliten, welche unseren Staat leiten. Studiengebühren wirken hier kontraproduktiv und sind demnach undemokratisch.
  • Studiengebühren lösen das Problem nicht, für dessen Lösung sie erhoben werden. Die Universitäten brauchen zwar mehr Geld, aber der Staat darf sich nicht aus seiner Verantwortung ziehen, Bildung für seine Bürger bereit zu stellen. Wir plädieren für mehr staatliche Zuwendungen, anstatt diese durch private Mittel zu ersetzen.
  • Durch Überschuldung nach dem Studium und allein die Angst vor dieser wirken Studiengebühren familienfeindlich.
  • Würde das Steuersystem gerechter gestaltet, dann würden effektiv auch nicht Arbeiter und Putzfrauen für das Studium der Eliten zahlen. Es herrscht hier ein Gerechtigkeitsdefizit und eine Unzulänglichkeit im Steuerrecht, dessen vernünftige Umgestaltung die Unterfinanzierung der Hochschulen weit besser lösen könnte, als Studiengebühren.
  • Doch auch ohne Studiengebühren ist unser Bildungssystem bereits zu stark sozial selektierend. Deshalb muss das Bildungssystem ganzheitlich reformiert werden, damit mehr Jugendliche aus bildungsfernen Schichten eine Hochschulzugangsberechtigung erwerben können.
Wir sind im Rahmen dieser ganzheitlichen Reform:
  • Für eine verpflichtende, kostenlose Vorschule, damit unter anderem Kinder mit Migrationshintergrund sprachlich gefördert werden können.
  • Für die Abschaffung unseres sozial selektierendem, dreigliedrigem Schulsystem.
  • Für die Einführung von Ganztagsschulen mit stark ausgeprägten Fördermechanismen und echten Pädagogen.